Modemverbindung über WDSL möglich?

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Modemverbindung über WDSL möglich?

Beitragvon Interessent » Di 5. Aug 2008, 07:04

Ich habe folgendes Problem:

Ich möchte mit einem Laptop eine Modemverbindung (Wählverbindung) zu einer Gegenstelle (Telefonanlage) aufbauen, um diese fernzuwarten.

Dies scheint jedoch nicht über unseren WDSL-Anschluß zu funktionieren.

Gibt es jemanden, der mir evtl. weiter helfen kann?

Über normalen Analoganschluß funktioniert die Fernwartung!


Wir haben eine Fritzbox und das Vebindungskabel liegt auf Fon 2 auf!


Vielen Dank im Voraus!!!
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Beitragvon Benno » Do 7. Aug 2008, 13:09

Da der "WDSL" Anschluss unabhängig vom Telefonnetz ist und über eine Funkverbindung angeschlossen ist, ist es nicht möglich, eine Gegenstelle, die nur über das Telefonnetz angeschlossen ist, fernzuwarten.

Es kann sein, dass hochkomplizierte Varianten das möglich machen könnten, aber das wäre sehr aufwändig.
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Re: Modemverbindung über WDSL möglich?

Beitragvon KHS » Fr 8. Aug 2008, 11:48

Die Modemverbindung ist kein spezielles Problem der WDSL-Funktechnik sondern ein generelles Problem des TCP/IP Protokolls, d.h. ein generelles Problem des World Wide Web.

Im Prinzip sollte auch die Übertragung analoger Modem"töne" über TCP/IP möglich sein, genauso wie sonstige Audio- oder Videodaten. Beim VoIP ist diese Übertragung aber kritischer, da sie in Echzeit erfolgen muss. Latenzzeiten (Verzögerungen), wie sie im Internet häufig vorkommen, machen sich bei der bidirektionalen Kommunikation (Zwiegespräch) oft störend bemerkbar.

Gemäß TCP/IP Protokoll werden die digitalen Daten in kleine Päckchen zerhackt, mit einer IP Adresse versehen und jedes Päckchen, unabhängig voneinander, übers weltweite Netz verschickt. Der Empfänger muss diese Päckchen wieder zeitlich sortieren, aneinanderhängen und in ein analoges Signal zurückverwandeln.

Wenn einzelne Päckchen zu spät kommen oder verloren gehen, ist das bei menschlichen Gesprächen kein Problem. Dann fehlt vielleicht ein Wort oder eine Silbe. Das fällt meist kaum auf, weil der Gesprächspartner den Sinn des ganzen Satzes trotzdem gut versteht.

Bei dem "Zwiegespräch" zwischen zwei Faxgeräten sind solche Aussetzer allerdings kritisch. Das Faxprotokoll sieht aber vor, dass der Empfänger dann mit einem Pieps den Sender dazu auffordert, die gestörte Übertragung nochmal zu wiederholen.

Wenn sich zwei Modems auf diese Weise "anpiepsen", ist das noch empfindlicher als bei Faxgeräten. Moderne Modems hat man auf 56kbit/s hochgezüchtet. (Mehr geht nicht auf normalen Telefondrähten.) Es wäre ein Versuch wert, ob sich die Modems bei einer VoIP-Verbindung verstehen, wenn man die Baudrate deutlich reduziert, z.B. auf 9600 bit/s (natürlich auf beiden Seiten).

Übrigens bietet der Wireless-DSL Anschluss beim VoIP einen großen Vorteil gegenüber dem ADSL der Telekomleitung. Denn mit 1000 kbit/s ist die Übertragung in beide Richtungen gleich schnell, während das ADSL die Tonsignale mit maximal 128 kbit/s verschicken kann. Wenn man parallel zum VoIP Telefonat auch noch im Internet surft, wird's beim ADSL eng. Was nutzt es mich, wenn ich den Gesprächspartner klar verstehen kann (1000kbit), während der nur Wortfetzen (bei 128kbit) von mir versteht?
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